Technologie Ziehen

Das Ziehen gehört zu den Druckumformverfahren, auch wenn der Name anderes vermuten lassen könnte. Hierbei wird das Vormaterial als Draht  angespitzt und dann durch eine Ziehdüse hindurchgezogen. Die trichterförmige Düse führt zu einer Streckung des Materials. Gleichzeitig werden die Toleranz und Draht- bzw. Staboberfläche durch das Ziehen beeinflusst. Entscheidend für den Ziehprozess sind das Umformvermögen des Werkstoffes sowie die Schmierung des Ziehspaltes. Man unterscheidet in Einzel- oder Mehrfachzugverfahren. Beim Mehrfachzug durchläuft der Draht gleich mehrere Ziehstufen hintereinander. Da durch die Kaltumformung bei den meisten Werkstoffen eine Kaltverfestigung eintritt, muss nach entsprechend starker Umformung eine Zwischenglühung erfolgen, um weitere Querschnittsreduktionen zu ermöglichen. Hierfür stehen schutzgasbeaufschlagte Öfen zur Verfügung.

Ein Sonderziehverfahren stellt das Warmziehen dar, welches insbesondere für besonders harte Werkstoffe wie Schnellarbeitsstahl Anwendung findet. Hierbei wird der Draht unmittelbar vor der Ziehdüse induktiv erwärmt. BGH ist dazu in der Lage, Drähte bis zu einem Durchmesser von 0,08 mm herzustellen. Die Verpackung des Materials nach dem Ziehen erfolgt je nach Kundenwunsch auf Kronenstöcken, in Fässern oder auf Spulen gewickelt oder auch als lose abgebundene Wicklung.